VKVielfalt im Kopf

Hilfe in einer psychischen Krise

Du musst das gerade nicht allein tragen.

Wähle den Weg, der sich deiner Situation am nächsten anfühlt. Du musst nicht sicher sein, wie ernst es ist. Wenn du zweifelst, darfst du anrufen und genau das sagen.

Links führt akute Selbstgefährdung zum Rettungsdienst, in der Mitte dringender medizinischer Bedarf zu ärztlicher Hilfe und rechts Gesprächsbedarf zu einer zuhörenden Person.
Von links nach rechts: sofortige Sicherheit, dringende ärztliche oder psychiatrische Hilfe und ein vertrauliches Gespräch. Weiter unten findest du zusätzliche Beratungsangebote.

1 · Jetzt für Sicherheit sorgen

Wenn du befürchtest, dass du dir jetzt das Leben nehmen könntest

Rufe 112, wenn du einen konkreten Suizidplan hast, Vorbereitungen getroffen oder bereits einen Suizidversuch unternommen hast. Rufe auch an, wenn du nicht sicher bist, ob du bis zu anderer Hilfe unverletzt bleibst. Das gilt ebenso, wenn eine andere Person sich oder andere unmittelbar gefährden könnte.

112 anrufenRettungsdienst und medizinische Notfallhilfe

Du musst am Telefon keine perfekte Erklärung geben. Ein Satz reicht für den Anfang: „Ich bin in einer psychischen Krise und habe Angst, dass ich mir das Leben nehmen könnte. Ich bin in …“

Über 112 erreichst du die Leitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehr. Dort wird kurz nach deiner Situation gefragt und die passende medizinische Hilfe organisiert. Du kannst dich auch von einer anderen Person in die nächste psychiatrische Notaufnahme oder Notaufnahme bringen lassen. Fahre in einer akuten Krise nicht selbst. Bei einer unmittelbar drohenden Gewalttat kannst du außerdem 110 anrufen.

Direkt in eine Klinik, auch ohne Suizidgefahr

Wenn du psychisch gerade nicht mehr zurechtkommst und heute Hilfe in einer Klinik brauchst

Du musst nicht suizidgefährdet sein, um in eine psychiatrische Notaufnahme oder allgemeine Notaufnahme zu gehen. Das kann richtig sein, wenn du sehr verwirrt oder extrem angespannt bist, den Bezug zur Realität verlierst, kaum noch für dich sorgen kannst, seit Tagen nicht schläfst oder von Gedanken, Ängsten oder Wahrnehmungen völlig überrollt wirst.

Suche nach „psychiatrische Notaufnahme“ plus deinem Ort oder nutze das offizielle Krankenhausverzeichnis. Auf den Klinikseiten steht meist, ob es eine psychiatrische Notfallambulanz gibt und wie die Aufnahme läuft. Du weißt nicht, welche Klinik zuständig ist oder ob du direkt hingehen solltest? Dann rufe vorher 116 117 an. Bei Gefahr für dich oder andere: 112.

Für den nächsten Schritt: Wenn es geht, ruf eine vertraute Person an und bitte sie, dich zu begleiten oder gemeinsam mit dir anzurufen. Hast du Ausweis, Gesundheitskarte, wichtige Medikamente oder einen Medikationsplan griffbereit? Nimm sie mit. Wenn nicht: Warte deswegen nicht. Ruf an oder geh los.

Bis Hilfe da ist

2 · Dringende fachliche Einschätzung

Wenn du heute ärztliche oder psychiatrische Hilfe brauchst

Die Situation ist nicht lebensbedrohlich, kann aber nicht bis zur nächsten regulären Sprechstunde warten? Dann rufe den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 an. Er ist deutschlandweit rund um die Uhr erreichbar und hilft dir, eine passende medizinische Anlaufstelle in deiner Region zu finden.

Du kannst auch deine Hausarztpraxis, eine behandelnde psychiatrische oder psychotherapeutische Praxis oder direkt eine psychiatrische Notfallambulanz kontaktieren. Wird die Lage schlimmer oder fühlst du dich nicht mehr sicher, wähle 112.

3 · Gespräch und Entlastung

Wenn du jetzt jemanden zum Reden brauchst

Du musst nicht erst beweisen, wie schlimm es ist. Vielleicht denkst du nur: „Ich weiß nicht mehr weiter.“ Oder Suizidgedanken tauchen auf, aber du kannst dich im Moment sicher halten. Dann darfst du die TelefonSeelsorge anrufen. Dort hört dir Tag und Nacht ein Mensch zu. Das Gespräch ist kostenlos und anonym.

Wenn Sprechen gerade nicht geht, bietet die TelefonSeelsorge auch Chat und E-Mail ↗ an. Dafür ist eine Registrierung erforderlich. Bei akuter Gefahr sind diese schriftlichen Wege zu langsam – dann bitte 112 anrufen.

Weitere passende Angebote

Information, Beratung und Hilfe vor Ort

Du brauchst keine Diagnose, um Hilfe zu bekommen.

Ob deine Belastung mit ADHS, Autismus, Depression, Angst, Trauma, Erschöpfung oder etwas anderem zusammenhängt, muss jetzt nicht geklärt sein. Zuerst geht es darum, dass du sicher bist und Unterstützung bekommst.