Interesse nutzen
Verbinde einen nötigen Schritt mit einer Frage, die dich interessiert. „Was finde ich dabei heraus?“ kann zugänglicher sein als „Ich muss endlich funktionieren.“
Stärken & Möglichkeiten
Neugier, Begeisterung, ungewöhnliche Verbindungen: Vielleicht kennst du diese Seiten von dir. Hier geht es darum, sie zu erkennen und ihnen einen guten Platz im Alltag zu geben.
Manche Menschen mit ADHS erzählen von vielen Einfällen, andere von ihrer Begeisterung für ein Thema oder davon, wie schnell sie auf neue Situationen reagieren. Welche dieser Eigenschaften erkennst du bei dir wieder? Denk dabei auch an die Umstände: In einer ruhigen Runde fällt dir womöglich mehr ein als unter Zeitdruck.

Wenn du dich darin erkennst, gib deinen Einfällen einen Ort: eine Sprachnotiz, eine Skizze oder eine einfache Liste. So geht ein Einfall nicht verloren, während du an etwas anderem arbeitest. Später kannst du in Ruhe entscheiden, welche Idee du weiterverfolgen möchtest.
Ein Thema packt dich. Du liest, probierst aus und stellst Fragen. Vielleicht fällt es dir leicht, andere mit dieser Freude anzustecken. Frag dich: Welche Aufgaben haben für mich Sinn? Wo kann ich etwas entdecken oder sichtbar verändern?
Verbinde einen nötigen Schritt mit einer Frage, die dich interessiert. „Was finde ich dabei heraus?“ kann zugänglicher sein als „Ich muss endlich funktionieren.“
Lege nur den ersten überschaubaren Schritt fest. Material öffnen, eine Frage notieren oder fünf Minuten ausprobieren.
Entscheide vor dem Start, woran du merkst, dass für heute genug getan ist. Essen, Schlaf und Erholung gehören dazu.
Vielleicht sprichst du eine Idee aus, die andere noch zurückhalten. Oder du probierst einen neuen Ansatz aus. Das kann etwas in Bewegung bringen. Bei Entscheidungen mit großen Folgen hilft eine kurze Pause: Was könnte schiefgehen? Was kostet es? Wen möchte ich vorher einbeziehen?
Bei einem kleinen Versuch kannst du oft direkt loslegen. Wenn viel Geld, Zeit oder andere Menschen betroffen sind, besprich die Idee erst mit jemandem, dem du vertraust.
Intensive Vertiefung kann Freude machen und viel ermöglichen. Sie lässt sich aber nicht auf Bestellung einschalten. Manchmal wird dabei auch der Wechsel zur nächsten Aufgabe schwierig oder du bemerkst Hunger und Müdigkeit spät.
Probier einen sichtbaren Endpunkt, eine Erinnerung an eine Pause oder eine kurze Absprache mit jemandem aus. Das kann verhindern, dass du erst spät am Abend bemerkst, dass du noch nichts gegessen oder eine andere wichtige Aufgabe vergessen hast.
Vielleicht bringst du Menschen zum Lachen, merkst schnell, wenn jemand Unterstützung braucht, oder findest einen ungewöhnlichen Zugang zu einem Gespräch. Wenn du oft für andere einspringst, achte auch darauf, was du selbst noch leisten kannst. Eine klare Absprache hilft beiden Seiten.
Wähle eine Fähigkeit, die du gerne öfter nutzen möchtest. Such eine kleine Gelegenheit dafür und eine Unterstützung, die es leichter macht. Danach frag nicht nur: „War ich gut?“ Frag auch: „Hat mir das Freude gemacht, und wie viel Kraft hat es gekostet?“
Zum Weiterlesen
In einer Befragung von 206 Erwachsenen mit ADHS wurden unter anderem Kreativität, Dynamik und Flexibilität als positive Aspekte beschrieben. Die Teilnehmenden schilderten ihre eigenen Erfahrungen. Ergänzend findest du ein Video von Fabian Duss über Kreativität, Spontanität und Hyperfokus.